Ich freue mich als Vertreterin beiden autonomen Frauenhäuser hier zu sein und möchte allen anwesende hier zum internationalen Frauentag begrüßen.

Wir wollen unserer Solidarität den jungen Frauen, die in der Silvesternacht um ihre Sicherheit fürchten mussten bekunden und bedanken uns dafür, dass sie den Mut hatten eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.

Es ist nicht selbstverständlich!

Wir hoffen damit, dass auf ein gesellschaftlicher Blickwinkel auf die Gesetzeslücken (Paragraf 177 Strafgesetzbuch) und die skandalösen Umstände bei Gerichtsverhandlungen zu Sexualdelikten fokussiert und nicht auf Asyl recht= Menschenrechte.

Seit 1997 wurde die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen auch in den Ehen theoretisch per Gesetz anerkannt.

Praktisch sieht es anders aus.

Wir arbeiten vermehrt mit Frauen, die zu den „Dunkelziffern“ gehören. Die Bewohnerinnen erstatten selten Strafanzeige bei der Polizei, weil sexuelle Gewalt in den Partnerschaften unter anderem keine Straftatbestände erfüllen.

Diese Frauen brauchen dringen Schutz und Unterstützung, die sie im Frauenhaus finden könnten.

Jedes Jahr müssen wir zwischen 700 bis 800 Frauen weiter verweisen, da wir hier in Köln ein Mangel an Plätzen haben.

Seit 10 Jahren fordern wir die Errichtung eines 3. Frauenhauses. Diese Forderung wurden leider immer wieder vom Stadt Köln abgelehnt oder auf unbestimmte Zeit verschoben.

Stattdessen gibt es den Vorschlag der Stadt Köln, das 1. Frauenhaus abzureißen und mit einer Platzerweiterung Ohne Personalaufstockung neu zu bauen. Die Mietpreis wird drastisch steigern. Das wird auf Kosten von Frauen und Kinder geschehen.

Wir haben mehrfach unsere Bedenken und die Problematik der Frauenhausfinanzierung in Form einer Tagessatzfinanzierung dargestellt.

Schutz vor Gewalt muss für die betroffenen Frauen unbürokratisch zugänglich und kostenlos sein. Der in Köln ohnehin sehr hohe Tagessatz darf sich durch diese drastische Mietpreissteigerung nicht weiter erhöhen.