Dritte Option – reclaim feminism 12. März 2016

In einer Welt die ständig nach 2 Geschlechtern trennt- beim Sport-auf der Toilette, bei jedem verdammten Formular- sind nicht nur Frauen – sondern auch alle die weder Mann noch Frau sind von Sexismus und Gewalt betroffen.
Ganz nach dem Motto- was nicht sein soll , das gibt es auch nicht , werden Zwitter-Hermaphrodtien-Intersexuelle unsichtbar gemacht, ignoriert oder pathologisiert.. Dabei gibt es tausende . menschen-die nicht Mann oder Frau sind . Schon von Geburt an. Es geht darum , das Inter* von ihren chromosonen , hormonen oder ihrer anatomie , nicht nur weiblich oder männlich sind-sondern eben beides-oder keines , oder dazwischen-oder etwas ganz anderes sind. Doch die offizille medizin hällt das nicht für eine Variation vonn geschlecht-sondern für „krank“.
Offensichtlich-fühlt sich die männlich-weibliche ordnung so sehr gestört und bedroht- dass trotz jahrelanger Kritik von Inter* Selbstorganisationen
Schon an kleinen kindern operationen durchgeführt werden-die medizinisch nicht notwendig sind.
die nachweißlich viele traumatisieren und das alles ohne zustimmung der kinder- und oft mit nur schlechter beratung der eltern – durch die ärzt*innen.
dank neuester technik geht es sogar so weit , das menschen per pränataldiagnostik prüfen ob ein kind bestimmte formen der intersexualität haben könnte und sich bis zu 70 prozent , wenn sie die wahl haben , dann gegen dieses ansonsten gewünschte kind entscheiden. Eine angebliche normalität von Mann und Frau wird also erst mit gewalt hergestellt: durch selektion, durch ops durch anpassungsdruck.

Im alltag scheitere ich bei Fragebögen oft schon an Frage Nummer 2.
ich soll mich entscheiden: “Frau” oder “Mann”.
Und fühle mich mal wieder – nicht repräsentiert. Irgendwie – übergangen.
Keine Medizin, keine Psychologie, kein Gesetz kann mir sagen, dass es mich nicht gibt – als Hermaphrodit. Mein Spiegel beweist doch das Gegenteil.
doch noch immer leben die meisten Inter* unsichtbar – weil es keine Worte-keine orte gibt– für die-die abseits von Mann und Frau existieren.
Und auch wenn Homosexualität 1992 vom internationalen katalog der psychischen krankheiten
gestrichen wurde- gilt transsexualität offiziell weiterhin als geschlechtsidentitätsstörung.
Das hat zur folge das bürokratische hürden aufgebaut werden und mensch offiziellen gutachter*innen beweisen muss auch wirklich genug zu leiden- um als trans* anerkannt zu werden.
Aber wir als Inter*, Trans*, Queers sind nicht krank oder gestört,
wir werden höchstens gestört.
Wir haben ein Recht auf Geschlecht wie alle anderen auch.
Und genau das soll jetzt eingefordert werden.
Mit einer Klage auf eine dritte Option beim Geschlechtseintrag,
wie es in Australien, Indien, Nepal, Neuseeland und Pakistan juristisch möglich ist.

Im Juli 2014 haben wir, die Gruppe “Dritte Option”, bei einem Standesamt den Antrag auf Änderung einer Geburtsurkunde hin zum Geschlechtseintrag „inter/divers“ eingereicht. Der Antrag wurde vom Amtsgericht abgelehnt, und unsere Beschwerde dagegen ist durch mehrere Instanzen “nach oben” gewandert.
Mittlerweile liegt die klage vor dem bundesgerichtshof- der schon bald dazu entscheiden könnte. Sollte ein eintrag als inter*/divers weiter abgelehnt werden – werden wir eine demo in karlsruhe organisieren zu der ihr alle eingeladen seit – und beschwerde beim bundesverfassungsgericht einlegen. Wir sind optimistisch, dass die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich sein wird.
Mehr zu unserer Klage und Kampagne findet ihr auf dritte-option.de .
wir freuen uns über eure solidarität.

Normierung verweigern – gutachten ins klo
selbstbestimmung – so oder so