Das Team der Presse AG hat mal nachgefragt wie die Stimmung so ist, warum ihr zur Demo gekommen seid und was für euch heute besonders war:

„Ich bin hier, weil in letzter Zeit immer so getan wird, als sei Sexismus etwas, das nach Deutschland importiert wurde. Ich bin feministische Juristin und ich weiß, dass zum Beispiel das Sexualstrafrecht in Deutschland nicht nur täterschützend und sexistisch ist, sondern inzwischen auch rassistisch eingesetzt wird. Ich finde, dass die deutsche Gesellschaft erstmal vor der eigenen Haustür kehren sollte und zum Beispiel das Sexualstrafrecht grundlegend überarbeitet werden muss, damit sexuelle Selbstbestimmung endlich im Fokus steht, nicht eine patriarchale Interpretation davon, welcher Zugriff auf den meist weiblichen oder queeren Körper legitim oder nicht legitim ist.“

„Ich bin hier, weil ich nicht will, dass das, was mit den schlimmen Ereignissen hier in Köln an Silvester zusammenhängt, dazu benutzt wird, den Rassismus auszuweiten und gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen und deren Lebensbedingungen noch mehr zu verschlimmern.“

„Ich hab mich mega wohlgefühlt! Es war eine ganz schöne Atmosphäre, mit ganz vielen tollen, verschiedenen Menschen, ganz bunt, einladend und kämpferisch!“

„Ich bin hier, weil auch mein Feminismus antirassistisch ist. Ich finds einfach wichtig, hier zu sein.“

„Ich bin hier, weil ich ne Frau bin.“

„Nach den Ereignissen hier in der Stadt ist es wichtig, dass wir Frauen zeigen, dass wir uns nicht dazu instrumentalisieren lassen, rechtes Gedankengut zu verbreiten. Wir brauchen keinen Schutz von Nazis oder irgendwelchen Hogesa-Leuten.“

„Es ist super, ich bin begeistert, wie viele Frauen, Lesben, Trans-Menschen heute hier sind und, dass wir schon so viele Stunden zusammen unterwegs sind. Diese Geschlossenheit, die wir gemeinsam erzeugt haben, ich bin begeistert!“

„Ich find unglaublich toll, dass so viele junge Frauen da sind.“

„Das war eine super powerige Demo. Die Bullen waren allerdings unmöglich, viel zu viele und sehr provozierend. Der gesamte Roncalli-Platz war am Anfang von Wannen eingekesselt! Und als wir gelaufen sind, waren die Polizist*innen oft unglaublich dicht an uns Demonstrierenden. Gerade bei einer Frauen-Demo finde ich das unmöglich, wobei ich sagen muss, dass die Einsatzleitung auf Beschwerden eingegangen ist.“

„Es waren wirklich noch mehr Leute als erwartet, eine unglaublich breit, intersektional und bunt aufgestellte Gruppe von Menschen, die zusammen auf die Straße gegangen sind. Ich fand toll, dass zum Beispiel auch die Gruppe Afghanische Flüchtlinge gegen Sexismus mit dabei war und so ganz unterschiedliche Stimmen zusammengekommen sind… migrantisch, Geflüchtete, Queer-Feminist*innen, … ganz unterschiedliche Communities“

„Ich fand die Demo etwas zu lang, teils sind wir durch Straßen gelaufen, auf denen gar nichts los war, das fand ich schade.“

„Es war super gut, eine vielfältige, bunte Demo. Ich war im kurdischen Block. Wir konnten zusammen unsere Message auf die Straße bringen.“

„Es war eine sehr solidarische Demo, wir haben uns nicht provozieren lassen!“