ÜRI – Überregionalen Bündnis von autonomen feministischen FrauenLesben und FrauenLesbenTrans Gruppen

Redebeitrag zum 8. März

Jin Jiyan Azadi!

Wir grüßen euch und alle Frauen und Lesben weltweit, die anlässlich des 8. März für ihren Kampf um Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung auf die Straße gehen.

Wir kommen aus revolutionären feministischen Frauen/Lesben-Zusammenhängen und das bedeutet: unser Feminismus ist entschieden internationalistisch.

Audrey Lorde formulierte das so:

„Ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sie ganz andere Fesseln trägt als

ich“

Gleichberechtigung hier zu fordern, beinhaltet für uns aus, dass nicht unsere Schwestern und Freundinnen in anderen Ländern dafür bezahlten müssen: durch schlechte Arbeitsbedingungen, Krieg, sexuelle Ausbeutung und Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen.

Wir können Gleichberechtigung nur fordern, wenn nicht Arbeitsmigrantinnen in Deutschland den Preis für den Aufstieg der „weißen Frau“ bezahlen müssen.

Jeden Tag leisten Frauen überall auf der Welt Widerstand gegen jegliche Form von Unterdrückung und Herrschaft:

Gegen Ausbeutung und Unterdrückung am Arbeitsplatz – für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.

Gegen Entwürdigung, sexuelle Belästigung und Gewalt durch Freunde, Väter, Ehemänner – für ein

würdevolles selbstbestimmtes Leben

Gegen Bevölkerungsstrategen – für das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper

Gegen Chemiemultis und Patenträuber – für den Erhalt der Umwelt

Gegen Abwertung, Angriffe und Ermordung begründet durch Hautfarbe, Religion, Herkunft oder

Lebensform – für die Achtung der Persönlichkeit einer jeden

Gegen Nationalismus, Krieg und Völkermord – für das Recht auf ein Leben in Frieden

Gegen staatliche und gesellschaftliche Reglementierung – für ein selbstbestimmtes Leben

Einen besonderen Gruß schicken wir unseren Freundinnen in der kurdischen Bewegung. Wir sind solidarisch mit euren Kämpfen und trauern mit euch um die zahllosen Opfer, die vor allem der türkische Staat in Bakur zu verantworten hat. In euren Kämpfen in Frauenverteidigungseinheiten gegen IS, im zivilen Leben in Rojava und im türkisch besetzten Teil Kurdistans kämpft ihr um eure Befreiung und steht damit auch für die Hoffnung, dass ein freies und gerechtes Leben möglich ist. Die Freiheit der Frau bestimmt die Freiheit der Gesellschaft. Euer Kampf um Frauenbefreiung dort – ist unser Kampf hier.

Wir müssen unsere Kämpfe verbinden – hier in den Metropolen und mit Frauen/Lesbenkämpfen weltweit.

Einen besonderen Gruß senden wir auch an Banu Büyükavcı, eine Genossin von Atik, die im 8. März-Bündnis in Nürnberg aktiv war. Sie ist seit April letzten Jahres mit 9 weiteren Aktivisten festgenommen worden und sitzt seit dem im Münchener Knast. Sie werden bald in München wegen § 129 b unter anderem wg. ihrer Solidaritätsarbeit mit Rojava vor Gericht stehen.

Frauen, die kämpfen, sind Frauen, die leben

Jin Jiyan azadi

Hoch die internationale Solidarität